Hochsensitives, schnelles Messinstrument für die Spurenstoffanalytik im ZWO-Labor

Schon in den letzten Trockenjahren war es für manchen öffentlichen Wasserversorger in Deutschland eine Mammutaufgabe, Trinkwasser stets in ausreichender Menge und Qualität für die Verbraucher zur Verfügung zu stellen. Wegen der geplanten Revision der deutschen Trinkwasserverordnung ab Januar 2023, stehen öffentliche Wasserversorger vor einer neuen, zusätzlichen Herausforderung. Jetzt soll die Qualität des Trinkwassers noch breiter kontrolliert werden. Das heißt, in die Grenzwertliste der Trinkwasserverordnung sollen neue Stoffe aufgenommen werden. Die neuen Stoffe sind den Industriechemikalien oder Arzneimitteln zuzuordnen, deren negative Wirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt nachgewiesen wurden, oder die in der Umwelt schwer abbaubar sind, zum Beispiel per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). Die Untersuchung auf bestimmte Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte ist schon jetzt verpflichtend.

Um diese Herausforderungen zu meistern, wird aktuell im ZWO-Labor ein Hochleistungsflüssigkeitschromatograph (LC/MS/MS) eingeführt. Mit diesem hochsensitiven Analysengerät ist es möglich, zahlreiche organische Stoffe im Wasser zu trennen, anhand ihrer Masse zu identifizieren und deren Gehalt zu bestimmen. Das Prüfverfahren wird voraussichtlich ab Mitte 2023, nach Akkreditierung durch die DAkkS, zur Verfügung stehen.


Foto: ZWO

Hintergrund:

Im eigenen Labor des Zweckverbandes Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) wird die Qualität von Grund-, Roh- und Trinkwasser nach Vorgabe der Trinkwasserverordnung untersucht.

Neben den Betreiberuntersuchungen, die verpflichtend sind und dem Gesundheitsamt gemeldet werden, wird das Wasser freiwillig häufiger und auf mehr Parameter kontrolliert, um eine eventuelle Beeinträchtigung der Qualität früher erkennen zu können.

Das Labor arbeitet mit dem Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018. Die Leistungsfähigkeit des Labors ist durch Akkreditierung der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) bestätigt (PL-14480-01). Zudem besitzt das Labor die Zulassung des Landes Hessen als Trinkwasseruntersuchungsstelle.