Aktuelles WRRL Untermainebene

Umsetzung der WRRL: Feldbegehung zum Thema Zwischenfruchtanbau in der Untermainebene

 

Am Dienstag, den 24. November 2015, fand im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ein Feldnachmittag in Babenhausen-Langstadt statt. Der Demonstrationsversuch wurde in Kooperation mit dem Betrieb Günther Monath, Herrn Thomas Lotsch von Feldsaaten Freudenberger und dem Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) sowie Herrn Thomas Kehl vom Finanzamt Hanau, vorgestellt.

Der Zwischenfruchtanbau hat in den letzten Jahren durch Greening-Auflagen und dem neuen Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM) in der Untermainebene stark zugenommen. Zwischenfrüchte werden auf den hier häufig vorkommenden, oft sehr sandigen und humusarmen Böden mit geringen Wasser- und Nährstoffhaltevermögen vermehrt aus pflanzenbaulichen und wasserwirtschaftlichen Aspekten angebaut. Das vorangegangene sehr trockene und heiße Jahr führte dazu, dass die Kulturpflanzen gesteigert an Trockenstressbedingungen litten und die Ernten vielerorts geringer ausfielen. Auch viehhaltende Betriebe beklagten Engpässe bei der Produktion von wirtschaftseigenen Grundfutter. Verdeutlicht wurde dies auch durch die gezogenen Herbst- Nmin Proben mit vermehrt hohen Reststickstoffgehalten im Oberboden. Winterzwischenfrüchte können die verbliebene Reststickstoffmenge aufnehmen und futterbauliche Lücken schließen.

Nach der Begrüßung stellte Frau Lederer (ZWO) zusammen mit dem Landwirt Günther Monath den Demoversuch vor. Die in Streifenparzellen angelegte Demofläche umfasste 18 Zwischenfruchtmischungen und 13 Reinsaaten der Firma Feldsaaten Freudenberger. Thomas Lotsch (Feldsaaten Freudenberger) stellte im Einzelnen die Varianten und deren jeweilige Eignung hinsichtlich des Standortes, der Fruchtfolge, der Saatzeit, der Futternutzung und Schaderregerbekämpfung sowie der Anforderung im Greening vor. Die angebauten Zwischenfrüchte haben sich gut entwickelt, nur Reinsaaten wie Ramtillkraut und Buchweizen sind bei den ersten Nachtfrösten abgefroren. Indischer Hanf konnte sich am Standort in Langstadt nicht etablieren.

Die besten Ergebnisse in der Stickstoffaufnahme lieferten Phacelia, Rettich- und Senf sowie die betonten Zwischenfruchtmischungen.

Frau Lederer (ZWO) erläuterte die spezifischen Standortgegebenheiten der Gemarkung Langstadt im Naturraum Untermainebene. Aus geologischer Sicht befindet sich Langstadt an der Grenze zu den nördlichen Ausläufern des Odenwaldes und der Rhein-Main-Ebene. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 9,2°C und die Niederschläge betragen im Mittel 680 mm.

Neben Tertiären Material aus Schottern, Sanden und Tone sind ebenfalls Pleistozäne Ablagerungen von Schotter und Sanden sowie holozäne Auensedimente anzutreffen.

Thomas Kehl (Finanzamt Hanau) erläuterte zudem, dass im Gebiet eine negative klimatische Wasserbilanz bestehe, hier ist die potentielle Verdunstungsrate höher als die Niederschlagsmenge. Dies führt zu einer ausgeprägten Vorsommertrockenheit mit Wasserdefiziten für die Kulturpflanze. Sandböden in dieser Region speichern in der Bodenschicht bis 60 cm Tiefe maximal 60 mm Wasser pro Quadratmeter und haben gegenüber von Lehmböden eine höhere Verdunstungsrate aufgrund des größeren Porenvolumens mit einer hohen Durchlüftungsrate. Nach der amtlichen Bodenschätzung werden alle landwirtschaftlichen Flächen nach einem einheitlichen Schätzungsrahmen beurteilt. Besonderen Stellenwert nimmt die Kennzeichnung und Beschaffung des Bodens sowie deren Ertragsfähigkeit ein.

Das erste Profil wurde durchgehend durch das Substrat eines reinen Sandes eines reinen geprägt und konnte vom Bodentyp als ein Braunerde-Pseudogley auf Flugsand angesprochen werden. Schwankungen im Grundwasserbereich führten im Unterboden zu einem reliktischen, stauwassergeprägten Bereich mit auffälliger Marmorierung von Mangan- und Eisenausfällungen.

Aufgrund des geringen Nährstoff- und Wasserhaltevermögens wurde die Reinertragsverhältniszahl mit 31 Bodenpunkten geringer eingestuft als beim zweiten Bodenprofil.

Das zweite Profil konnte als ein Brauner Auenboden-Pseudogley auf tertiären Hochflutlehm angesprochen werden. Nach dem Ackerschätzungsrahmen erfolgte die Einstufung als Sl3D 36. Besonders kennzeichnend im Unterboden waren eiszeitliche Ablagerungen von kiesigen-, lehm-, und tonhaltigen Sanden. Die höhere Bodenzahl wurde aufgrund der besseren Wasserhaltekapazität durch das anlehmige,- tonhaltige Ausgangssubstrat vergeben.