Aktuelles WRRL Untermainebene

Umsetzung der WRRL im Maßnahmenraum Untermainebene: 32 verschieden Zwischenfrüchte und Mischungen

Am Montag, dem 28. November 2016, fand im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ein Feldtag in Babenhausen-Langstadt statt. Der Demonstrationsversuch wurde in Kooperation mit dem Betrieb Günther Monath,  Herrn Thomas Lotsch von Feldsaaten Freudenberger und dem Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) vorgestellt.

Besichtigung der Zwischenfruchtvarianten am 28.11.2016 in Langstadt

Der Zwischenfruchtanbau hat in den vergangenen Jahren im Maßnahmenraum Untermainebene einen starken Zuwachs erhalten. Neben der Reststickstoffaufnahme trugen die angebauten Zwischenfrüchte auf den hier vielerorts vorkommenden Sandböden zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Auflockerung der Fruchtfolge bei. Rebekka Lederer, ZWO, begrüßte die Teilnehmer und erläuterte die spezifischen Standortgegebenheiten der Gemarkung Langstadt im Naturraum Untermainebene. Langstadt befindet sich geologisch gesehen an der Grenze zu den nördlichen Ausläufern des Odenwaldes und der Rhein-Main-Ebene. Neben tertiärem Material und pleistozänen Ablagerungen aus Schottern, Sanden und Tone sind holozäne Auensedimente anzutreffen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 9,2°C und die Niederschläge betragen im Mittel 680 mm.

Rebekka Lederer stellte zusammen mit Günther Monath den Demoversuch vor. Der in Streifenparzellen ausgesäte Versuch umfasste insgesamt 32 Varianten. Darunter 18  Zwischenfruchtmischungen sowie 13 Reinsaaten der Firma Feldsaaten Freudenberger und eine 0-Parzelle. Innerhalb des Versuchs wurde auf Anregung von Günther Monath eine Mischung von Phacelia und Alexandrinerklee in unterschiedlichen Aussaatstärken (s. Tab.1) ausgesät. Auf eine N-Düngung der Varianten wurde verzichtet, da die Nmin-Untersuchung zum Zeitpunkt der Saat ein Nmin-Wert von 50 kg/ha betrug.

Die Zwischenfrüchte hatten sich trotz des relativ späten Aussaatzeitpunkts Anfang September und einer niedrigen Niederschlagsmenge von 125 mm bis Ende November gut entwickelt. Das Anwalzen nach der Aussaat führte zu einem gleichmäßigen Auflaufen dichter Zwischenfruchtbestände. Die im Versuch angesäten Varianten Sonnenblumen, Ramtillkraut und Buchweizen waren zum Zeitpunkt der Feldbegehung allerdings bereits abgefroren.

Thomas Lotsch, Feldsaaten Freudenberger, stellte im Einzelnen die Varianten und deren jeweilige Eignung in der Fruchtfolge vor. Auf Grund der Trockenheit hatten die Leguminosen eine schwierige Startphase und wurden zumeist von den Mischungspartnern verdrängt. Von allen ausgesäten Varianten wurden der Ertrag, die N-Aufnahme im oberirdischen Aufwuchs und die Nmin-Werte erfasst. Bei der Auswertung der Ergebnisse zeigten vor allem Ölrettich- und Senfbestände, unter anderem TG 9 Melioration und TG 7 Aqua, eine sehr hohe Stickstoffaufnahme. Diese sollte im Frühjahr bei der N-Düngung der folgenden Hauptfrucht berücksichtigt werden.

Bei der Auswertung der Rest-Nmin-Werte konnte Christoph Puschner, ZWO, zeigen, dass insbesondere die Varianten mit mäßig bis guten Aufwuchs  den verfügbaren Stickstoff im Boden weitestgehend aufnehmen konnten. Dies zeigen die kaum noch messbaren Rest-Nmin-Werte. Insgesamt konnten die Zwischenfruchtvarianten zwischen 9 kg N/ha und 86 kg N/ha aufnehmen.