Umsetzung der WRRL: Gesteigerte Nährstoffeffizienz durch Optimierung der Düngerverteilung

Im Rahmen der Umsetzung der WRRL im Auftrag des Regierungspräsidiums Darmstadt führte der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) in den Maßnahmenräumen Untermainebene und Main-Taunus am vergangenen Donnerstag und Freitag Seminare zur Düngerstreueroptimierung durch. Herr Ulrich Lossie von der DEULA Nienburg leitete die Seminare auf Betrieben in Seligenstadt, Babenhausen und Wiesbaden-Erbenheim. Rund 15 Düngerstreuer konnten so optimiert werden.

Herr Lossie erläuterte zu Beginn die negativen Einflüsse einer schlechten Düngerqualität auf die spätere Verteilung. Dabei zeigte er verschiedene Methoden zur Überprüfung des eingekauften Düngers, wie sie auch Landwirte anwenden sollten. Mit Hilfe einer sogenannten „Schüttelbox“ können die verschiedenen Korngrößen sowie der Staubanteil einer Düngerprobe ermittelt werden. Der Kornhärtetest gibt Aufschluss über die tatsächliche Härte der Düngerkörner. Ist diese zu niedrig, so zerfallen die Körner auf den Streuscheiben des Düngerstreuers zu Staub und können nicht mehr exakt auf die komplette Arbeitsbreite der Maschine verteilt werden. Die Ursache einer zu geringen Kornhärte liegt in der Wasseraufnahme des Düngers bei hoher Luftfeuchtigkeit während des Transportes und der Lagerung. Lossie resümierte, dass die Landwirte beim Düngereinkauf nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität des Düngers achten sollten. Wenn möglich solle Ware in Big Bags geordert werden, um Dünger besser auf dem Betrieb lagern und flexibel auf die Witterung reagieren zu können. Eine gleichmäßige Verteilung der Düngemittel trägt zu einem gleichmäßigen Bestandsbild bei und hilft eine partielle Überdüngung, Nährstoffauswaschung und Lager zu vermeiden.

Im Anschluss wurde bei allen Maschinen eine Sichtkontrolle durchgeführt. Es wurden verschiedene Punkte der Grundeinstellung an den Geräten überprüft. Besonderen Wert legte Lossie dabei auf eine gleichmäßige Öffnung beider Dosierschieber. Ebenso sollte der Verschleiß der Streuschaufeln regelmäßig überprüft und diese ggf. erneuert werden.

Durch eine funktionsfähige Grenzstreueinrichtungen kann eine genaue Düngerausbringung auch an der Feldgrenze sichergestellt werden. Das Randstreuen findet an der Feldgrenze zu einem anderen Feldnachbar statt. Eine kleine Menge Dünger über die Feldgrenze gestreut ist hierbei noch tolerierbar.

Beim Grenzstreuen entlang von Wegen ist nur eine geringe Menge außerhalb der Feldgrenze zulässig. Als Beispiel gab Lossie hier an, dass bei 200kg/ha Ausbringmenge auf 100m Grenzlänge 600g außerhalb der Feldgrenze landen dürfen.

Die schärfsten Auflagen gelten beim Grabenstreuen. In Hessen darf im Bereich von 4m zur Böschungsoberkante kein Dünger liegen.

Im Anschluss wurde bei allen Düngerstreuern im praktischen Einsatz die Querverteilung mit 4 verschiedenen Methoden überprüft. Neben Streuschalen können auch Fußmatten mit Noppen zur schnellen Beurteilung der Querverteilung verwendet werden. Auch die Arbeitsweise der Grenzstreueinrichtungen wurde hierbei überprüft. Es zeigten sich deutliche Unterschiede in der Verteilgenauigkeit der Maschinen, wobei die meisten Geräte eine gute Querverteilung erreichen konnten.

Am Ende des Düngeseminars konnten alle Teilnehmer das „Prüfsiegel freiwillige Düngerstreuerprüfung“ in Empfang nehmen.